Jüdische Akademie

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Foto: Turkali Architekten

Jüdische Akademie

FÜR DICH. FÜR MICH. FÜR UNS.

Die Jüdische Akademie entsteht auf dem Kulturcampusareal an der Senckenberganlage in Frankfurt am Main. Als erste überregionale jüdische Bildungseinrichtung in Deutschland dieser Art seit der Schoa, leistet sie einen bedeutenden Beitrag zur jüdischen Bildungs- und Kulturlandschaft. Die Institution richtet sich an ein vielfältiges Publikum: an die jüdische Gemeinschaft aus Deutschland und Europa ebenso wie an Angehörige anderer Religionsgemeinschaften und die interessierte Öffentlichkeit. Im Fokus stehen jüdische Perspektiven auf gesellschaftliche Fragen in einem weiten Bildungsverständnis. Als Institution des Zentralrats der Juden in Deutschland wird die Jüdische Akademie wissenschaftliche und gesellschaftliche Diskurse aufgreifen und initiieren. Durch Konferenzen, Vorträge und Seminare sowie wissenschaftlichen Publikationen soll sie als Ort des offenen Austauschs und der kritischen Reflexion fungieren, der jüdische Stimmen und Positionen selbstbestimmt in aktuellen Debatten sichtbar macht.

Ein Ort jüdischen Denkens, Wissens und Handelns
Unter dem Dach des Zentralrats der Juden in Deutschland ergänzt die Jüdische Akademie ab 2026 die Bildungslandschaft in Deutschland um eine jüdische Perspektive – offen, plural und zukunftsorientiert. Die Akademie richtet sich an ein breites Publikum – innerhalb und außerhalb der jüdischen Gemeinschaft.

Ein Ort des Austauschs und der wissenschaftlichen Debatte
Die Jüdische Akademie stellt Aspekte jüdischer Erfahrungswelten in den Mittelpunkt. Geplant sind unter anderem Konferenzen, Vorträge, Seminare und wissenschaftliche Publikationen. Damit entsteht ein Ort des kontinuierlichen wissenschaftlichen und kulturellen Austauschs und ein Raum für Begegnung und Diskurs. Im Verbinden religiöser, gesellschaftspolitischer und kultureller Zugänge knüpft die jüdische Akademie fortdauernde Beziehungen und Kooperationen mit nationalen und internationalen wissenschaftlichen und politischen Institutionen. Ihre programmatischen Schwerpunkte reichen von jüdischer Geschichte bis zur Gegenwart, von politischer Bildung bis zu Kunst, Literatur und Philosophie.

Ein Ort für Pluralität, Teilhabe und demokratische Verantwortung
Ein weiteres Interessensfeld der Arbeit der Jüdischen Akademie liegt auf der Sichtbarkeit vielfältiger jüdischer Lebensrealitäten und der Stärkung jüdischer Identität – insbesondere für junge Jüdinnen und Juden. Internationale Netzwerke, Austauschformate und zivilgesellschaftliches Engagement gehören ebenso zum Profil wie das Ziel, jüdische Perspektiven aktiv in demokratische Prozesse einzubringen.

Ein Ort mit Strahlkraft – mitten in Frankfurt
Am künftigen Standort in Frankfurt am Main entsteht ein neuer intellektueller Anziehungspunkt: eine Jüdische Akademie mit gesellschaftlicher Strahlkraft – offen für Bildung, Begegnung und öffentliche Debatten. Frankfurt ist dabei nicht zufällig der Standort dieser neuen Akademie. Unweit der vor allem durch jüdische Stiftende gegründeten Goethe- Universität in Frankfurt am Main soll diese insbesondere an den bedeutenden Beitrag jüdischer Förderer an der Wissenslandschaft erinnern. Als wesentlicher Gegenpart des Christentums prägte das Judentum als geistige Säule Europas die kulturelle, politische und ökonomische Geschichte vom Mittelalter bis in die frühe Neuzeit. Die Entwicklung einer Jüdischen Akademie steht dabei in der Tradition eines Freien Jüdischen Lehrhauses sowie dem intellektuellen Erbe von Persönlichkeiten wie Samson Raphael Hirsch, Franz Rosenzweig, Max Horkheimer und Theodor W. Adorno. 

Jüdische Bildung in Deutschland

Seminare, Konferenzen, Podiumsdiskussionen, Studientage, Buchvorstellungen, Filmvorführungen und Vorträge in der Jüdischen Akademie.

Schwerpunkt-Themen

Die Jüdische Akademie sieht ihre Aufgabe darin, die Kreativität, die Spannungen und Konflikte, die Chancen und Zukunftsaussichten der jüdischen  Gemeinschaft in Deutschland der Öffentlichkeit zu vermitteln und will damit einen eigenen Beitrag zur Fortentwicklung des erneuerten Judentums in Deutschland und Europa leisten.

Die Jüdische Akademie wird diesem Programm in vielfältigen „Formaten“ wie Seminaren, Konferenzen, Podiumsdiskussionen, Studientagen, Buchvorstellungen, Filmvorführungen, Vorträgen nachgehen und dabei besonders folgende Schwerpunkte behandeln:

Eine Vielfalt religiöser Strömungen und Liturgien von der Orthodoxie über das Reform-Judentum bis zu chassidischen Gruppen formen das jüdische Leben weltweit. Jüdische Bildungsarbeit hat den Anspruch, die innerjüdische Pluralität zum Thema zu machen und eine Plattform anzubieten, die sich mit den Positionen und Traditionen der unterschiedlichen religiösen Strömungen des Judentums auseinandersetzt.

Die jüdische Gemeinschaft in Deutschland ist in den vergangenen Jahrzehnten durch die Zuwanderung von Juden nach Deutschland zahlenmäßig enorm gewachsen. Der aktive Beitrag der Jüdische Akademie bei der Präsentation und Entwicklung der jüdischen Pluralität besteht darin, Vertretern jüdischer Gruppen unterschiedlicher Altersgruppen sowie religiöser und kultureller Orientierungen ein Forum der Auseinandersetzung und Klärung der eigenen Identität sowie der kulturellen, politischen oder religiösen Orientierung zu bieten. Hierbei werden Veranstaltungen, in denen die sich verändernde Rolle und Position der Frauen in der jüdischen Lebenswelt sowie progressive und feministische Spektren thematisiert werden, ihren festen Platz haben.

Die Verbindung zu dem Staat Israel ist für die meisten Juden sowie für die in Deutschland ansässigen jüdischen Institutionen zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Vor diesem Hintergrund sieht sich der jüdische Bildungsauftrag aufgefordert, die Pflege und Vertiefung bestehender Beziehungen mit israelischen Organisationen und Institutionen voranzutreiben. Dies trägt zu einer umfassenden Auseinandersetzung mit den Belangen und Interessen der israelischen Gesellschaft und den dort vertretenen vielfältigen politischen, sozialen, kulturellen oder religiösen Vorstellungen bei.

Die Massenvernichtung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland und seine Kollaborateure ist noch nicht in allen wesentlichen Dimensionen erforscht. Eine Aufgabe jüdischer Bildungsarbeit ist es, neue substantielle Ergebnisse historischer Forschung zur Debatte zu stellen.

Sie wird auch an der für die politische Bildung Deutschlands entscheidenden Diskussion teilnehmen, wie die Geschichte des Nationalsozialismus und seiner Verbrechen einer in Deutschland lebenden Jugend vermittelt werden kann, die in vielen Fällen einen Migrationshintergrund aufzuweisen hat.

Das Erinnern und Gedenken an die Vernichtung der europäischen Juden während der Schoa hat sich in Deutschland durch den zeitlichen Abstand zum Nationalsozialismus verändert. Sowohl in der deutschen Gesellschaft als auch in der jüdischen Gemeinschaft werden neue Formen der Gedenkkultur entwickelt, die eine identitätsstiftende Bedeutung begründen. Aufgabe der Jüdischen Akademie ist es, den Prozess der Erinnerungspraxis zu begleiten und zu reflektieren, und somit rechtsextremen und populistischen Versuchen, die Geschichte zu leugnen oder umzudeuten, entgegenzuwirken.

Die Zunahme rechtspopulistischer und antisemitischer Parteien und Bewegungen in Deutschland und Europa stellt die antisemitismuskritische Bildungsarbeit vor neue Herausforderungen. Unter komplexen gesellschaftlichen Verhältnissen verbreiten sich häufig Verschwörungsmythen. Die Jüdische Akademie sieht ihre Aufgabe vor dem Hintergrund des wachsenden Einflusses gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit darin, die Bedeutung rechtsstaatlich verankerter demokratischer Strukturen und Institutionen und der ihnen zugrundeliegenden politischen Kultur beharrlich hervorzuheben.

Die Bandbreite jüdischen kulturellen Schaffens findet ihren Ausdruck in nahezu allen künstlerischen Bereichen der modernen Gesellschaft.
Diese tragen dazu bei, einen Einblick in eine von Juden und Jüdinnen geführte ästhetische und literarische Auseinandersetzung mit ihrer Lebenswelt in Deutschland, Europa, den USA und Israel zu gewinnen. Ein jüdisches Bildungskonzept sieht vor, als Forum entsprechender künstlerischer Werke aus der jüdischen Welt zu fungieren.

Die Lehren und Ideen des rabbinischen und talmudischen Judentums haben einen wesentlichen Beitrag zum modernen jüdischen Denken und seiner Kultur geleistet. Jüdische Philosophie und Ethik basieren auf diesem Denken und prägen zeitgenössische Diskurse und existenzielle Fragestellungen. Im Rahmen der Begleitung jüdischer Bildungsprozesse wird notwendigen sinn- und identitätsstiftenden Debatten Raum geben.

Der christlich – jüdische Dialog hat in den vergangenen Jahrzehnten zu großen Fortschritten beim Abbau von Vorurteilen geführt. Die systematische Erforschung der Verantwortung der christlichen Theologie und der Kirchen für die Judenverfolgung ist Ausdruck eines veränderten Verständnisses christlicher Einstellungen gegenüber dem Judentum verbunden mit dem Wunsch, in einen stetigen Dialog mit Vertretern des Judentums zu treten. Die Jüdische Akademie wird sich  sowohl den historischen Wurzeln des christlichen Antijudaismus und des politischen Antisemitismus als auch dem rabbinischen Judentum als Basis moderner Philosophie intensiv widmen.

Mit dem Auf – und Ausbau eines spezifisch „jüdisch – islamischen“, theologisch und philosophisch geführten Dialogs wird die Jüdische Akademie einen neuen, eigenen Akzent setzen, um sowohl die historisch gewachsenen Unterschiede als auch die gemeinsamen Interessen als religiöse Minderheiten in Deutschland zu erkunden.

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Verwendungshinweis:

Verwendungshinweis: Diese Bilder können im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die “Jüdische Akademie” des Zentralrats der Juden in Deutschland honorarfrei mit der Quellenangabe „Foto: Turkali Architekten“ verwendet werden.

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