Zum Jahrestag des Anschlags von Hanau



Engagement gegen Rechts braucht gesetzliche Förderung

Foto: IMAGO / Marcel Lorenz

Ein Jahr nach dem rassistischen Anschlag von Hanau gehen unsere Gedanken zu den Opfern und ihren Familien sowie zu den Menschen, die bei dem Anschlag verletzt und traumatisiert wurden. Am 19. Februar 2020 erschoss ein Hanauer neun Menschen in und vor zwei Bars, anschließend seine Mutter und sich selbst.

Anlässlich des Jahrestags des Anschlags erklärt der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster:

„Als ich im vergangenen Jahr einen Tag nach dem Anschlag in Hanau war, war die Trauer in der ganzen Stadt zu spüren. Die Angehörigen der Opfer müssen seit diesem Tag mit dem schrecklichen Verlust leben. Viele Betroffene leiden noch heute unter den Spätfolgen des Anschlags. Ihnen gilt unsere Solidarität und unser Mitgefühl. Die Hinterbliebenen brauchen konkrete und nachhaltige Unterstützung. Die Aufarbeitung des Verbrechens ist noch nicht abgeschlossen. Der Täter hat sich nicht in einem Vakuum radikalisiert. Jetzt gilt es, die rechtsextremen Netzwerke, die weiterhin existieren, aufzudecken. Daneben müssen all jene Kräfte dauerhaft gestärkt werden, die sich unermüdlich und oft mit hohem persönlichen Risiko für unsere wehrhafte Demokratie einsetzen. Das geplante Fördergesetz muss endlich vorgelegt werden. Die beschlossenen Maßnahmen gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus dürfen nicht in der Schublade verschwinden.“

 

Berlin, 18.02.2021 / 6. Adar 5781

 

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