Zentralrat der Juden für baldige Synagogen-Öffnung 



Presseerklärung zu Lockerungen für das religiöse Leben in der Corona-Krise

Die Corona-Pandemie führt seit Wochen zu Einschränkungen der Religionsfreiheit, wie es sie in Deutschland seit Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr gegeben hat. Da der Schutz des Lebens im Judentum das wichtigste Gebot ist, war die jüdische Gemeinschaft bereit, diesen massiven Eingriff in das Grundrecht der Religionsfreiheit im Dienste der Gesundheit aller auch in den Synagogen zu akzeptieren. Unsere Gemeinden und Rabbiner haben hohe Flexibilität und viel Engagement gezeigt, um über Online-Angebote sowohl das religiöse Leben als auch die Seelsorge aufrechtzuerhalten.

Nach dem Beschluss der Bundesregierung und der Bundesländer, die Auflagen zur Eindämmung der Epidemie schrittweise zu lockern, sieht der Zentralrat der Juden in Deutschland den Zeitpunkt gekommen, auch Juden wieder mehr Spielraum bei der Ausübung ihrer Religion einzuräumen. Wenn Geschäfte bis zu einer gewissen Größe wieder öffnen dürfen, sollte dies auch für Synagogen gelten. 

Bei einem Gespräch im Bundesinnenministerium gemeinsam mit Vertretern der Länder, der Kirchen, des Zentralrats der Juden und des Koordinierungsrats der Muslime haben sich die Beteiligten einmütig dafür ausgesprochen, Lösungswege zu beschreiten, um möglichst bald nach dem 30. April unter der Voraussetzung infektionspräventiver Maßnahmen das gottesdienstliche Leben wieder aufzunehmen,wobei die Einzelheiten jeweils in den zuständigen Länder erörtert werden müssen. Der Zentralrat der Juden wird daher gemeinsam mit den jüdischen Gemeinden und Landesverbänden entsprechende Hygienekonzepte für die Durchführung von Gottesdiensten erarbeiten. 

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, erklärte: „Gerade in schwierigen Zeiten bieten Religion und gemeinsames Gebet einen wichtigen Rückhalt. Der heute zwischen dem Bund, den Ländern und den Religionsgemeinschaften einmütig vereinbarte Fahrplan zur Öffnung der Gotteshäuser für Gottesdienste ist ein richtiger Schritt. Die Durchführung von Gottesdiensten unter Einhaltung entsprechender Hygienekonzepte ist verantwortbar und wichtig, um den Menschen in der Krise Halt zu geben.“

Berlin, 17. April 2020 / 23. Nissan 5870

 

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