#Lichtzeigen



Kraftvolles Zeichen: Weltberühmter Kieler Chanukka- Leuchter wird zum Symbol des Erinnerns

Kiel/Berlin/Jerusalem, 19.1.2022. Leuchtendes Signal gegen Hass und Ausgrenzung: Mit der Aktion „Licht zeigen“ tragen der Freundeskreis Yad Vashem und die „Kieler Nachrichten“ das Erinnern an den Holocaust mitten in die Gesellschaft: Zum diesjährigen Holocaust-Gedenktag am 27. Januar soll überall in Kiel das ikonische Foto eines Chanukka-Leuchters zu sehen sein, das dort vor 91 Jahren entstand. Fast 70 000 Exemplare dieses Fotos werden als Abziehfolie über die Gesamt-Druckauflage von „Kieler Nachrichten“ und „Segeberger Zeitung“ verteilt, die die Aktion in ein Themenpaket zu jüdischem Leben in Kiel damals und heute eingebettet haben. Die einzigartige Aktion wurde in Kooperation mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland und der
Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem konzipiert. Das Ziel: Eine ganze Region bekennt sich symbolisch zum Licht und wendet sich gegen das Dunkel von Ausgrenzung, Gewalt und
Vergessen.Arthur Posner war der letzte Kieler Rabbi vor Beginn der Schoa. Seine Frau Rahel machte 1931 das berühmte Bild: der Chanukka-Leuchter auf der Fensterbank ihres Wohnzimmers im Hintergrund auf der anderen Straßenseite hängen bereits riesige Nazi-Flaggen. Foto und Leuchter sind heute in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem zu sehen. Nun sollen sieauch über Kielhinau zum sichtbaren Signal gegen Vergessen und Ignoranz werden.

 

 

Kurz vor dem Holocaust-Gedenktag liegen die Sticker den KN und der SZ bei, damit alle Leserinnen und Leser Teil der Aktion werden können. Für Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer vermittelt der Kieler Chanukka-Leuchter mit seiner Geschichte eine „kostbare Botschaft“: den Sieg des Lichts über die Dunkelheit. „An die Stelle von
Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit setzt Kiel Solidarität und zeigt gemeinsam Licht.“ „Für uns war sofort klar, dass wir gerne mitmachen – uns als Medienmarke ist es wichtig, uns
gegen ausgrenzende Strömungen in unserer Stadt zu positionieren“, sagt KN-Chefredakteurin Stefanie Gollasch. Recherchen der Redaktion zu jüdischem Leben in Kiel hätten gezeigt: Es gibt sie, diese Strömungen, und sie sind teils so stark, dass Jüdinnen und Juden Angst sich aus Furcht um
ihre Sicherheit nicht öffentlich zu ihrem Glauben bekennen.

Jeremy Issacharoff, Botschafter des Staates Israel in Deutschland und Schirmherr von „Licht zeigen“: „Wir müssen Antisemitismus bekämpfen und die Erinnerung an die Schoa respektieren und ehren. Die Stärke der Demokratie wird sich an der Entschlossenheit messen lassen, Fanatismus, Ausgrenzung und Intoleranz konsequent abzulehnen und entgegenzutreten. Die Verbrechen des Nationalsozialismus dürfen niemals vergessen werden. Ich freue mich, dass sich
die Aktion "Licht zeigen" genau diesem Ziel verschrieben hat und danke allen Beteiligten.“

 

Dani Dayan, Vorstandsvorsitzender von Yad Vashem: „Es besteht eine grundlegende Verbindung
zwischen den persönlichen Gegenständen und Artefakten in Yad Vashems umfangreichen Sammlungen und den Orten, von denen sie kommen. An diesen Orten gab es vor dem Holocaust
blühende jüdische Gemeinden, und die Besitzer der Artefakte lebten ein zumeist zufriedenes Leben. Daher ist es von großer Bedeutung, dass diese Gegenstände und die Geschichten der Opfer und Überlebenden, die sie ‚erzählen‘, wieder Kontakt zu ihren ursprünglichen Gemeinden in Deutschland finden – als Symbol dafür, dass die Erinnerung an den Holocaust nicht vergessen werden darf. Diese Gedenkinitiative stellt eine persönliche Verbindung zum Leben der sechs Millionen ermordeten jüdischen Männer, Frauen und Kinder dar und erhält damit die Erinnerung an die Schoa aufrecht.”

 

Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland: „Yad Vashem ist nicht nur als Gedenkstätte, sondern auch durch sein Archiv das Gedächtnis der Schoa. Bis heute finden Nachfahren dort endlich Gewissheit über das Schicksal ihrer Familien. Gegenstände wie der
Chanukka-Leuchter aus Kiel tragen dazu bei, heutigen Generationen zu veranschaulichen, wasdamals geschah. Es ist das Verdienst des Freundeskreises von Yad Vashem, mit der Kampagne
‚Licht zeigen‘ die Erinnerung wachzuhalten. Ich hoffe, dass sich viele Menschen in Deutschland der Kampagne anschließen werden. In Zeiten eines wachsenden Antisemitismus und zunehmender Geschichtsvergessenheit ist dieses Engagement wertvoller denn je.“ „Es ist unsere gemeinsame Verantwortung neue Formen des Erinnerns zu finden“, so Ruth Ur,
Geschäftsführerin des Freundeskreises Yad Vashem und Initiatorin des Projekts „Licht zeigen“. Die Aktion „Licht zeigen“ ist eine mögliche Antwort auf die Frage nach neuen Wegen der Erinnerung. Es geht darum, mithilfe von Exponaten aus der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem einzelne Schicksale neu zu betrachten.

 

Kai Diekmann, Vorsitzender des Freundeskreises Yad Vashem: „Das ikonische Foto von Rahel Posner ist atemberaubend, mehr Aussagekraft als einen Chanukka-Leuchter im Vordergrund und die Nazi-Flagge dahinter kann ein Bild kaum haben. Ich bin froh, dass ,Licht zeigen’ dieses Bild mit seiner außergewöhnlichen Geschichte nun zurück nach Kiel bringt und jeder die Möglichkeit bekommt, ein Zeichen gegen Hass und Gewalt zu setzen.“

 

Weitere Informationen zu dem Projekt „Licht zeigen“ sowie eine digitale Version des Stickers sind
abrufbar unter: https://www.yad-vashem.de/licht-zeigen

https://www.kn-online.de/lichtzeigen


Veranstaltungshinweis:
„Licht zeigen“: Warum ist Erinnern wichtig für Städte?
19. Januar, 18 Uhr, Live-Stream: https://youtu.be/sFVZwo_XSdk


Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, Landeshauptstadt Kiel, Stefanie Gollasch, Chefredakteurin der
Kieler Nachrichten, und Kai Diekmann, Vorsitzender des Freundeskreises Yad Vashem, stellen
„Licht zeigen“ vor und diskutieren, welchen Beitrag Städte im Gedenken an den Holocaust leisten
können. Es moderiert David Ermes, Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes
Schleswig-Holstein.

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