Internationaler Holocaust-Gedenktag



Zentralrat veröffentlicht Positionspapier zur Erinnerungspolitik und Gedenkstättenarbeit

Zum internationalen Holocaust-Gedenktag am 27. Januar veröffentlicht der Zentralrat der Juden in Deutschland ein Positionspapier zur Erinnerungspolitik und Gedenkstättenarbeit. Zentralratspräsident Dr. Josef Schuster sagt dazu: „Wir wollen als Jüdinnen und Juden in Deutschland die gesellschaftliche Debatte um die Erinnerungskultur in diesem Land mitgestalten. Wir haben grundlegende Positionen veröffentlicht, werden die jüdische Perspektive in den Diskurs einbringen und weiter ausdifferenzieren, etwa wenn es um die zu überarbeitende Gedenkstättenkonzeption des Bundes geht.“

 

Zur Zukunft der Gedenkstättenarbeit sagt Schuster weiter: „Unzählige bürgerliche Gedenkinitiativen und vor allem die Gedenkstätten machen wichtige Bildungsarbeit und stärken unsere lebendige Demokratie. Diese pädagogische Arbeit muss von Bund und Ländern ausreichend finanziell ausgestattet werden, um den hohen Anspruch an Gedenkstättenbesuche gerecht zu werden. Mit den schwindenden Zeugen der Schoa rücken neben der nachfolgenden Generation der Zeitzeugen vor allem die Gedenkstätten noch stärker in den Fokus. Sie sind für das Zusammenleben in einer offenen Gesellschaft unentbehrlich und müssen als authentische Orte erhalten bleiben.“

 

Die Erinnerungskultur ist immer auch ein Abbild einer Gesellschaft und verändert sich. Dazu sagt Schuster: ,,Erinnerung unter Einsatz von digitalen Medien eröffnet neue Chancen. Digitales Geschichtslernen kann vor allem jungen Menschen den Zugang zum Thema erweitern. Bestehende Ausstellungen sollten dahingehend überarbeitet werden. Bei Begehungen von authentischen Orten können unter der Berücksichtigung von ethischer Vertretbarkeit und Respekt vor den Opfern der Schoa neue Technologien eine sinnvolle Anwendung finden. Darüber hinaus müssen soziale Plattformen jeder Form von Antisemitismus und der Relativierung und Verharmlosung der Schoa entschlossener entgegentreten. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum, sodass die Verunglimpfung der Opfer auf rechtlicher Ebene geahndet werden müssen.“

 

Der internationale Holocaust-Gedenktag wurde im Jahr 2005 auf Initiative der Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um an die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 zu erinnern. Seit 1996 wird in der Bundesrepublik Deutschland der 27. Januar als Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus begangen.

 

Berlin, 26. Januar 2024, 16. Schwat 5784  

 

 

Positionspapier zum Download

 

 

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