Festakt 150 Jahre Synagoge in Solingen



Rede von Vizepräsident Abraham Lehrer anlässlich des Festaktes zu 150 Jahre Synagoge in Solingen am 12.03.2022

Foto: Twitter via Sylvia Löhrmann

150 Jahre Synagoge Solingen. Dieses Jubiläum begehen wir mit dem heutigen Festakt.

Die mit dem Schicksal der Synagoge verbundenen Jahreszahlen spiegeln schlaglichtartig das Schicksal der Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft in Solingen wider:

1872, das hoffnungsfrohe Jahr der Einweihung der Synagoge, 1938, das Jahr der Schändung und Zerstörung der Synagoge und schließlich der heutige Festakt anlässlich der Einweihung der vom Künstler Michael Bauer-Brandes entworfenen Fensterrose am Bunker.   

150 Jahre jüdische Geschichte in Solingen stehen für hoffnungsvollen Aufbruch, für tiefste Abgründe der Menschheitsgeschichte ebenso wie für einen zaghaften Neubeginn jüdischen Lebens nach der Schoa.

Sie stehen aber auch symbolisch für eine heutige, selbstbewusste jüdische Gemeinschaft in ganz Deutschland, die allen Stürmen zum Trotz wieder blüht und gedeiht.

An diesem Tag sagen wir:

Schaut her, wir sind hier! Und hier bleiben wir!

150 Jahre nach der Einweihung der einst in neoromanischem Stil erbauten Synagoge an der Malteserstraße, stehen wir hier Hand in Hand und erinnern uns an die, die nicht mehr sind.

Dass wir hier gemeinsam, Jung und Alt, Juden und Nichtjuden stehen, ist ein starkes Zeichen dafür, dass es gelingen kann – das Zusammenleben der Religionen.

 

Ein Zeichen dafür, dass die aus dem nationalsozialistischen Menschheitsverbrechen resultierende Verantwortung aktiv übernommen wird.

Ich freue mich, dass wir hier in Solingen engagierte Politiker und Politikerinnen, Bürgerinnen und Bürger finden, die sich sichtbar, laut und hörbar engagieren.

Ganz besonders freue ich mich über das Engagement der Schülerinnen und Schüler dieser Stadt.

Sie werden die Zukunft des Erinnerns mitgestalten. Die Überlebenden werden als Zeitzeugen des Nationalsozialismus bald nicht mehr unter uns sein.

Umso wichtiger und großartiger ist es, dass sich so viele Schülerinnen und Schüler in Projekten mit der Geschichte der Solinger Juden und dem Nationalsozialismus befassen und sich gegen Antisemitismus, Rassismus und Hass engagieren.

Ich appelliere an euch: Bleibt neugierig! Bleibt wachsam und kritisch! Vergesst nicht!

Wir alle hier stehen für eine Gesellschaft, die das Jüdische als mit dazugehörig als selbstverständlich mit einbezieht.

Dafür steht auch der Verein „321-2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, jüdisches Leben in Deutschland noch sichtbarer zu machen und es noch mehr dorthin zu rücken, wohin es gehört: In die Mitte der Gesellschaft. Sichtbar, erlebbar, respektiert.

Wir wollen mit diesem Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben“, das im vergangenen Jahr begonnen hat, aber noch in dieses Jahr fortgesetzt wird, die reiche jüdische Geschichte ausleuchten und damit auch einen Beitrag leisten, um jüdisches Leben in Deutschland gemeinsam auch in Zukunft zu sichern.

Das gelingt dem Verein bislang in herausragender Weise. Das öffentliche Interesse ist groß.

Die gesamte Bandbreite der Vielfalt des Judentums, vor allem des heutigen modernen jüdischen Lebens in Deutschland lässt sich damit bekannter machen, und es entstehen unzählige Möglichkeiten der Begegnung. Begegnungen, die hoffentlich eine nachhaltige Wirkung entfachen.

Das liegt mir als Gründungsmitglied des Vereins besonders am Herzen.

Für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft ist das Festjahr eine riesige Chance.

 

Jüdisches Leben findet erfreulicherweise wieder hier in Deutschland mitten unter uns statt. Mit all seiner Kultur, seiner Lebenslust, seiner Kreativität und Vielfalt. Judentum ist mit so viel mehr Themen verbunden als mit jenen, die immer wieder die Schlagzeilen bestimmen.

Nein, mit den Themen Antisemitismus, Schoa und dem Nahostkonflikt ist das Judentum wahrlich nicht erschöpfend beschrieben.

Deshalb lade ich Sie auch hier in Solingen ein, die ganze Vielfalt und den ganzen Reichtum jüdischer Philosophie und Ethik, religiöser Traditionen, Kunst und Kultur ebenso wie auch das aktive jüdische Leben heute zu erkunden.

 

Machen Sie sich auf und erkunden sie die Jüdischen Gemeinden in Ihrer Umgebung, z.B. in Wuppertal, besuchen Sie Veranstaltungen und erforschen Sie die Geschichte, Kultur und Gegenwart jüdischen Lebens in Deutschland.

Sie werden überrascht und bereichert sein, da bin ich mir sicher.

Heute standen wir hier vor dem Bunker in der Malteserstraße. Vom Menschheitsverbrechen der Schoa zeugt die Zerstörung der Synagoge hier in Solingen 1938 auf bitterste Weise. Ihre Plünderung und Zerstörung stehen gleichsam symbolisch für den millionenfachen Massenmord an jüdischen Männern, Frauen und Kindern.

Für das Trauma, das nie vergeht.

Nur wenige überlebten das Grauen. Nach Kriegsende war unvorstellbar, dass es in Deutschland noch einmal so etwas wie jüdisches Leben und blühende Gemeinden geben würde.

 

Dennoch: Es gelang nach der Schoa den wenigen Überlebenden, jüdisches Leben wiederaufzubauen. Zaghaft am Anfang noch. Teilweise eher unfreiwillig, aber Schritt für Schritt wurde aus einem provisorischen Betraum wieder eine Synagoge oder schließlich gar eine Gemeinde.

In den 1980er Jahren war die Zahl der Juden hierzulande sehr klein geworden und lag bei lediglich rund 25.000 Menschen.

Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs erhielten Juden aus der ehemaligen Sowjetunion jedoch die Möglichkeit, als sogenannte Kontingentflüchtlinge nach Deutschland zu kommen. Ohne diese Einwanderung – das muss ich klar und deutlich sagen – gäbe es heute in vielen Städten keine jüdischen Gemeinden mehr.

Und obwohl die jüdische Gemeinschaft vor vielfältigen Herausforderungen steht, hat sich das jüdische Leben in Deutschland längst wieder etabliert.

Dennoch beunruhigen uns Hass und Hetze, die wir in diesen Tagen erleben müssen und der Zweifel, ob jüdisches Leben hier dauerhaft sicher ist, bleibt.

Noch mehr beunruhigt uns der Krieg in der Ukraine, der auch die jüdische Gemeinschaft der Ukraine bedroht. Viele von uns haben Angehörige in der Ukraine, um die wir uns sorgen. Etwa 35 % der Gemeindemitglieder, manche sprechen von 40% oder gar noch mehr stammen aus der Ukraine. Der Versuch uns einzureden, es gäbe Auseinandersetzungen zwischen russischen und ukrainischen Gemeindemitgliedern auf Grund des Krieges, ist zum Scheitern verurteilt.

 

Dieser Krieg zeigt, wie leicht entflammbar der anscheinend nie völlig verlöschende Funkenflug des Hasses ist und wie schnell er zum Flächenbrand wird. Der Krieg gegen die Ukraine mahnt uns, nichts für selbstverständlich zu nehmen und Angriffen gegen Demokratie und Menschenrechte, aus welcher Ecke sie auch immer kommen mögen, frühzeitig und entschlossen entgegenzutreten.

Wer hätte Anfang des Jahres gedacht, dass im Jahr 2022 schon wieder Krieg in Europa wütet und Millionen zur Flucht treibt? Ich bin groß geworden im Glauben an den Frieden in Europa. Alle Seiten hätten die Schnauze voll von Kriegshandlungen, so dachte ich. Alle hätten erkannt, dass es im Krieg immer 2 Verlierer gibt!

Und manch einer mag sich fragen, ob das Erinnern wirklich dagegen hilft. Ist die Menschheit lernfähig?

 

Lernen wir aus der Vergangenheit?

 

Die Antwort gibt jeder Einzelne von uns!

So erinnern wir heute stellvertretend für die damalige jüdische Gemeinschaft in Solingen an die Familien Coppel und Feist, deren Angehörige bzw. Nachfahren wir auch unter uns begrüßen dürfen.

Unvergessen bleiben auch Namen wie Max Leven nach dem das hiesige Bildungs- und Gedenkstättenzentrum Solingen benannt ist.

Paul Steg, Oskar Strauss, Gustav Joseph, Simon Pinkus und ihre Familien bleiben ebenso unvergessen wie alle Opfer des Novemberpogroms in Solingen oder die Namen derer, die zu Flucht und Emigration gezwungen waren.

Wir nennen ihre Namen stellvertretend für alle, die verfolgt wurden und dem Morden zum Opfer fielen. Sie werden auf ewig fehlen.

Ohne Erinnern, meine Damen und Herren gibt es keine Identität. Zugleich ist das Erinnern ein elementarer Beitrag zur Demokratie.

Jüdisches Leben hat sich in der Vergangenheit nicht nur in den großen Metropolen wie Berlin oder Frankfurt am Main abgespielt, sondern auch in Kleinstädten und auch im ländlichen Raum.

Jüdinnen und Juden in Deutschland waren Nachbarn. Die ganz normalen Nachbarn von nebenan. Nachbarn mit ähnlichen Sorgen und Nöten.

Sie schienen Teil dieses Ortes zu sein, mit einer eigenen Synagoge, einem Leben und Alltag auch hier in der Klingenstadt Solingen.

Schienen – muss man leider sagen.

Vor wenigen Wochen, am 20. Januar, jährten sich die menschenverachtenden Beschlüsse der sogenannten Wannsee-Konferenz zum 80. Mal.

Hier wurde in kalter Bürokratensprache in einem 15-seitigen Protokoll am Berliner Wannsee fortgeschrieben, was längst seine Anfänge genommen hatte:

Der industriell durchgeführte und staatlich organisierte Massenmord von Millionen Juden. Das Protokoll enthält das Drehbuch zur Umsetzung eines Zivilisationsbruchs, an dessen Ende über eine Million Menschen allein in Auschwitz ermordet wurde und insgesamt 6 Millionen Jüdinnen und Juden getötet wurden.

Die Wannsee-Konferenz zeigte exemplarisch, wozu Menschen fähig sind: nämlich mit kalter Präzision, quasi als bürokratischen Verwaltungsakt den Tod von Millionen von Menschen systematisch zu organisieren und herbeizuführen.

Das muss uns erschüttern, es erschüttert uns auch heute und in Zukunft.

„Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen“, sagte der Auschwitz-Überlebende Primo Levi.

Dagegen müssen wir uns und die nachfolgenden Generationen wappnen.

Aber Erinnern heißt nicht, in der Vergangenheit zu verharren oder sich ihrem Schrecken auszuliefern.

Erinnern bedeutet moralische und religiöse Orientierung. Erinnern heißt in der Gegenwart, ausgerichtet auf eine menschenwürdige Zukunft für alle, zu handeln.

Diese Brücke vom Gestern zum Heute schlagen wir auch hier in Solingen.

Wir erinnern an die Toten und gedenken ihrer und ihrer Angehörigen.

Meine Damen und Herren. Wir stehen heute hier beieinander in Zeiten zweier tiefer Krisen. Der Krieg in der Ukraine lässt uns schaudern, aber auch die weiterhin bestehende Corona-Krise verunsichert uns zutiefst. Die Pandemie bestimmt weiter unser Leben.

Es gibt Menschen, die die Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens gleichsetzen mit den Verbrechen der Nationalsozialisten. Die sich als Opfer einer angeblichen „Corona-Diktatur“ sehen, in eine Reihe mit Sophie Scholl oder Anne Frank stellen und mit gelben Sternen aus der Nazi-Zeit am Revers auf Demonstrationen gehen.

Sie scheuen sich auch nicht, mit erwiesenen Rechtsextremisten, Anhängern von Verschwörungsmythen und Reichsbürgern auf die Straße zu gehen. Wo sind deren Protest-Spaziergänge gegen den Überfall Russlands auf die Ukraine?

 

Diese neuen „Bewegungen“ sind eine echte Bedrohung für jüdisches Leben hierzulande!

Gleichzeitig nehmen Geschichtsrevisionismus und Antisemitismus in der gesamten Gesellschaft zu. Immer wieder wird von der Notwendigkeit des Vergessens oder einer vermeintlich notwendigen Normalisierung schwadroniert, die am Ende nichts Anderes meint, als einer mal mehr, mal weniger gut getarnten Schlussstrichmentalität das Wort zu reden.

Erinnerungspolitik ist keine von jüdischer Seite initiierte Pflichtübung, und sie ist auch kein „Katechismus der Deutschen“, wie in der Debatte um den sogenannten Postkolonialismus gern postuliert wird, von dem Sie vielleicht gehört haben.

Auch manch ein vermeintlich renommierter Historiker redet solch bedenklicher Entwicklung gar das Wort. Oftmals bleibt der Widerspruch der Gesamtgesellschaft auf solch gefährliche Brandrede aus und es bleibt überwiegend jüdischen Repräsentanten überlassen, Gegenrede zu leisten.

Deshalb sei es an dieser Stelle ganz deutlich gesagt, es wird keinen Schlussstrich geben!

Der frühere Bundespräsident Joachim Gauck hat einmal gesagt: „Es gibt keine deutsche Identität ohne Auschwitz.“ Das muss unser gesellschaftlicher Konsens sein und muss es bleiben.

Trotz bewegender und gelungener Erinnerungsarbeit auf der einen Seite ist es traurig zu sehen, wie wenig manche aus der Geschichte gelernt haben und mit welcher Vehemenz Fakten und historische Zusammenhänge ignoriert werden.

Das zeigt uns nicht zuletzt auch der Krieg in der Ukraine. Er zeigt, wie die Lüge zur vermeintlichen Wahrheit gemacht wird und ganze Völker einer wohlorchestrierten Propagandaschlacht aus Lügen, Fake News und geradezu irrwitzigen Behauptungen anheimfallen.

Wir sehen, wohin es führt, wenn Geschichtsschreibung und Berichterstattung ideologischen Vorgaben untergeordnet werden.

Auch darum muss es uns heute gehen: dass Fakten, nicht Fiktion, die Oberhand behalten. Wir müssen historisch gesichertes Wissen in der Öffentlichkeit wach halten - ohne in Floskeln und in Sprechblasen abzugleiten.

Es gibt viele Zeitzeugenberichte, die NS-Zeit ist mittlerweile gut erforscht. Dennoch stellen wir fest: Harte Fakten immunisieren nicht automatisch gegen Antisemitismus. Nirgends.

Das muss uns zu denken geben. Wir müssen darüber nachdenken, wie wir Geschichte besser an künftige Generationen vermitteln können und vor allem die Jugend erreichen. Das sind wir den Opfern der Schoa und auch ihren Befreiern schuldig.

 

Wer als Nichtjude ein „Nie wieder“ fordert, muss sich der je eigenen Familiengeschichte aber stellen. Sonst bleibt dieses „Nie wieder“ lediglich eine Akklamation, die gerade in den Ohren der Opfer und ihrer Angehörigen tönern und unaufrichtig klingt.

Und klar ist auch: Wir müssen unsere bisherige Erinnerungskultur sicherlich an neue Gegebenheiten anpassen. Doch wir müssen sie auch bewahren und stärken und gegen jede Tendenz vorgehen, die NS-Zeit zu verharmlosen. Es gibt keinen tolerierbaren Antisemitismus!

Nicht unter dem Deckmantel der sogenannten „Israelkritik“, nicht, wenn er von rechts, von links, aus dem islamistischen Milieu oder gar aus der Mitte der Gesellschaft kommt.

Sowohl in der Schule als auch in den Gedenkstätten muss jungen Leuten auch vermittelt werden, wie so viele Hunderttausende Menschen zu Tätern werden konnten. Täter, die auch unter ihren Angehörigen zu finden waren.

Niemand der Nachgeborenen trägt Schuld. Doch das Bewusstsein, dass ganz normale Menschen, Familienväter und –mütter, ja vielleicht die eigene Großmutter oder der eigene Großvater zu Tätern wurden, dieses Wissen kann zu einem hohen Verantwortungsbewusstsein und zu wirklicher Empathie mit den Opfern führen.

Das war stets das Ziel der bundesdeutschen Gedenkkultur. Daran müssen wir festhalten, ja wir müssen diese massiv ausbauen und fördern.

Denn, meine Damen und Herren, wir erleben gerade nicht nur eine Diskursverschiebung in der Erinnerungskultur, sondern auch den wachsenden Einfluss von Rechtspopulisten und Nationalisten in unserem Land und in Europa. Sie bilden ein internationales Netzwerk, das nicht unterschätzt werden darf.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wies jüngst in seiner Rede anlässlich des 80. Jahrestages der Wannseekonferenz auf die Bedeutung von Sprache im Umgang mit dem Nationalsozialismus hin.

Zitat: „Sprache ist ein Mittel der Identifikation, ebenso wie der Distanzierung. Man kann sich durch Worte mit einer Sache gemein machen oder von ihr abrücken.“ Wer also die Sprache der Täter benutzt, macht sich mit ihrer Sache gemein.

Das gilt damals wie heute. „Sprache“, so der Bundespräsident weiter, „auch das zeigt das Wannseeprotokoll, kann selbst zu einem Mordwerkzeug werden.“

In vielen europäischen Ländern stehen Juden jedoch auch heute wieder einem bedrohlich wachsenden Antisemitismus gegenüber.

Die Namen Kassel, Halle und Hanau sind der traurige Beweis, dass die Bekämpfung von Antisemitismus, Rechtsextremismus und Rassismus auch künftig ganz oben auf der Agenda stehen muss. Falsch verstandene Toleranz und fehlendes staatliches Handeln kann sich blutig rächen.

Antisemitismusbekämpfung, meine Damen und Herren berührt als Querschnittsthema alle Lebensbereiche und alle Politikfelder. Sie muss überall dort mitgedacht werden, wo Regierungshandeln und Sicherheitsbehörden gefordert sind. Es gilt da, wo Israel gesagt wird, aber Juden gemeint sind.

 

 

Antisemitismusbekämpfung fordert jeden Einzelnen von uns, im Alltag, in der Ausbildung, im Beruf, in der Schule, in der Freizeit.

Hier braucht es noch mehr Zivilcourage und mehr Mut, den Mund aufzumachen, wenn andere angegriffen, abgewertet oder diffamiert werden.

Antisemitismus ist Gift für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Nicht selten wird er von Nichtjuden gar nicht als solcher wahrgenommen oder geflissentlich übersehen. Das muss sich ändern!

Meine Damen und Herren, wir wünschen uns heute eine offene und vielfältige Gesellschaft.

Vielerorts sind wir das ja auch bereits und das Zusammenleben vieler Kulturen und Religionen gelingt dort am besten, wo man sich kennt, wo man miteinander ins Gespräch kommt und bereit ist, Brücken zu bauen. Dort wachsen Toleranz und Respekt füreinander.

Jeder ist gefordert, seinen Beitrag zu einer toleranten und für alle gleichermaßen lebenswerten, solidarischen und wertebasierten Zukunft beizutragen.

Lassen Sie uns in diesem Sinne gemeinsam die Ärmel hochkrempeln!

Auf dass das Gestern nie wieder zum Heute und zum Morgen werde! Auf dass wieder Friede werde in Europa und der ganzen Welt.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!

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