Kooperationsverbund gegen Antisemitismus mit neuem Internetauftritt
Gemeinsam gegen Antisemitismus:
Sechs jüdische und nicht-jüdische Organisationen arbeiten als Kooperations-
verbund gegen Antisemitismus zusammen/ Stärkung der gesellschaftlichen
Strukturen im Kampf gegen Antisemitismus durch Bildung, Unterstützung,
Forschung und die Erfassung von antisemitischen Vorfällen / Verbunds-
Website präsentiert Angebote
Berlin, 21. Oktober 2025.
Der Kooperationsverbund gegen Antisemitismus (KOVA) hat heute seine
neue Internetseite veröffentlicht. Unter www.kooperationsverbund-gegen-
antisemitismus.de sind aktuelle Angebote der sechs beteiligten jüdischen
und nicht-jüdischen Organisationen gebündelt auffindbar: Die Angebote
umfassen antisemitismuskritische Bildung, Unterstützung von Betroffenen
und Fachkräften, Begegnungsformate sowie die Forschung und die Erfas-
sung von antisemitischen Vorfällen. Ein inhaltlicher Fokus liegt auf den Be-
darfen von Fachkräften im Bereich Gedenkstätten, Hochschule, Schule, Jus-
tiz und Verwaltung sowie von Personen, die von Antisemitismus betroffen
sind.
Die Organisationen im Verbund sind das Anne Frank Zentrum, die Bildungs-
stätte Anne Frank, der Bundesverband der Recherche- und Informations-
stellen Antisemitismus (Bundesverband RIAS), das Kompetenzzentrum anti-
semitismuskritische Bildung und Forschung (KOAS) in Trägerschaft der
Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e. V., die Kreuzberger Initi-
ative gegen Antisemitismus (KlgA) sowie der Zentralrat der Juden in
Deutschland. Der Kooperationsverbund wird durch das Bundesprogramm
“Demokratie leben!„ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren,
Frauen und Jugend gefördert und hat im Januar 2025 seine Zusammenar-
beit begonnen.
Zielsetzung des Kooperationsverbunds ist es, Angebote im Bereich Bildung,
Forschung, Erfassung und Analyse sowie die Begegnungsarbeit und den
Fachaustausch im Themen- und Praxisfeld Antisemitismus weiterzuentwi-
ckeln und bestehende Strukturen zu stärken.
Der Zusammenschluss als Kooperationsverbund und der Start des Internet-
auftritts erfolgen in einer Zeit, in der antisemitische Vorfälle in Deutschland
drastisch zugenommen haben. Der Bundesverband RIAS dokumentierte
2024 insgesamt 8.627 Vorfälle. Das ist ein Anstieg von 77 Prozent im Ver-
gleich zum Vorjahr.
Veronika Nahm, Direktorin des Anne Frank Zentrums, das die Koordination
des Verbunds innehat, sagt: „Antisemitismus ist eine Gefahr für unsere Demo-
kratie und eine konkrete Gefahr für Jüdinnen* Juden. Deshalb ist es entschei-
dend, dass wir gemeinsam handeln und ein starkes Zeichen setzen. Die Part-
ner*innen des Kooperationsverbunds entwickeln Angebote der Bildung und
Beratung für unterschiedliche Zielgruppen, u. a. Fachkräfte aus den Berei-
chen Gedenkstätte, Hochschule, Schule und Verwaltung. Damit stärken wir
das Engagement gegen Antisemitismus in allen gesellschaftlichen Berei-
chen.“
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend Karin
Prien erklärt: ,,Der Terroranschlag der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023
hat weltweit, aber gerade auch in Deutschland zu einem deutlichen Anstieg
antisemitischer Vorfälle geführt. Umso wichtiger ist die Bekämpfung von An-
tisemitismus – sowohl auf sicherheitspolitischer Ebene als auch durch Prä-
vention und Bildung. Denn klar ist: Antisemitismus ist leider kein Randprob-
lem. Der Einsatz gegen Desinformation, Anfeindung, Hass und Hetze ist
heute wichtiger denn je. Mit seinen vielfältigen Bildungs- und Präventionsan-
geboten setzt der Kooperationsverbund ein starkes Zeichen für Solidarität
und Verantwortung.“
Sachsen-Anhalts Ministerin für Justiz und Verbraucherschutz Franziska
Weidinger hebt hervor: ,,Die Justiz trägt im Kampf gegen Antisemitismus eine
besondere gesellschaftliche Verantwortung – antisemitische Straftaten müs-
sen konsequent verfolgt werden. Die Justiz Sachsen-Anhalt hat die Aus- und
Fortbildung für alle Bediensteten intensiviert – insbesondere mit lnhouse-
Schulungen in Staatsanwaltschaften, Gerichten und im Justizvollzug. Neben
den eigenen Aktivitäten der Justiz sind zusätzliche Angebote aus der Zivilge-
sellschaft ein wichtiger Baustein auch im Aus- und Fortbildungskonzept der
Justiz Sachsen-Anhalt. Ich begrüße, dass das Anne Frank Zentrum im Koope-
rationsverbund ergänzende Bildungsangebote für die Justiz plant.“
Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) Professor Dr. Walter
Rosenthal betont: ,,Wir müssen Antisemitismus, wo und in welcher Form er
auch auftritt, entschieden entgegentreten. Antisemitismuskritische Bildung
ist dafür zentral. Die HRK trägt mit dem Aufbau des Kompetenznetzwerks
Antisemitismusprävention an Hochschulen engagiert dazu bei und profitiert
von der Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Akteuren wie dem Ko-
operationsverbund gegen Antisemitismus. Das vielfältige, betroffenenorien-
tierte Bildungsangebot von KOVA unterstützt die Hochschulen darin, antise-
mitische Einstellungen und Stereotype zu erkennen, dafür zu sensibilisieren
und wirksam dagegen vorzugehen.“
