Höchste Auszeichnung
13. November 2024
Presseerklärung

Höchste Auszeichnung

Leo-Baeck-Preis 2024 an Hans-Joachim Watzke verliehen
Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland; Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland; Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund; Hendrik Wüst, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen; Mark Dainow, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland
Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland; Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland; Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund; Hendrik Wüst, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen; Mark Dainow, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat heute seine höchste Auszeichnung, den Leo-Baeck-Preis, an Hans-Joachim Watzke, den Vorsitzenden der Geschäftsführung des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund verliehen. Die Preisverleihung fand in der Jesse-Owens-Lounge des Olympiastadions in Berlin statt. Die Laudatio hielt der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster würdigte in seiner Ansprache, dass der Verein Borussia Dortmund unter der Führung von Watzke zu einem wichtigen Partner des Zentralrats in der Antisemitismusprävention geworden ist: „Hans-Joachim Watzke ist der intellektuelle Wegbereiter dieses Engagements. Es braucht in diesen Zeiten Menschen wie ihn, der an der Seite der jüdischen Gemeinschaft steht und der unermüdlich für seine Haltung wirbt.“

Ministerpräsident Hendrik Wüst sagte: „Es ist unsere Aufgabe und unsere Pflicht, Antisemitismus mit aller Kraft zu bekämpfen. Jüdisches Leben gehört zu uns. Der Sport und insbesondere der Fußball mit seinen Millionen Anhängern, den vielen tausend Aktiven und ehrenamtlich Engagierten kann hier Vorbild sein. Hans-Joachim Watzke hat diese Verantwortung früh erkannt und setzt sich mit hohem persönlichem Engagement gegen Antisemitismus und Ausgrenzung ein – ob mit großen Aktionen im Stadion oder von der Öffentlichkeit unbemerkt mit zahlreichen Aktivitäten im Hintergrund. Seit vielen Jahren steht Hans-Joachim Watzke glaubwürdig, klar und entschieden gegen Hass und Hetze ein und wirkt mit seinem vorbildhaften Einsatz weit über die Fußballwelt hinaus.“

Hans-Joachim Watzke sagte: „Der Kampf gegen Antisemitismus muss von der gesamten Gesellschaft geführt werden. Der Fußball kann und muss sich aber ebenfalls deutlich positionieren. Es ist die große Aufgabe eines großen Clubs, politisch – nicht parteipolitisch – orientierend zu wirken. Seine Strahlkraft zu nutzen, Menschen mitzunehmen. Schon als Kind und Jugendlicher habe ich mich sehr für die jüdische Geschichte interessiert und mich mit dem Holocaust, dem größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte, auseinandergesetzt. Und ich habe miterlebt, wie in den 1960er Jahren bei einigen älteren Menschen noch immer ein latenter Antisemitismus vorherrschte, auch in der Sprache – das hat mich erschüttert. Daraus ist eine geistige Grundhaltung entstanden: Ein solches Leid darf dem jüdischen Volk nie mehr widerfahren. Dass unsere nachhaltige Arbeit gegen Antisemitismus nun durch den Leo-Baeck-Preis gewürdigt wird, ehrt mich sehr.“

Mit dem Leo-Baeck-Preis, der an den Rabbiner Leo Baeck sel. A. erinnert, ehrt der Zentralrat der Juden seit 1957 Persönlichkeiten, die sich in herausragender Weise um die jüdische Gemeinschaft verdient gemacht haben. Zu den Preisträgern gehören die Bundespräsidenten a. D. Richard von Weizsäcker (1994), Roman Herzog (1998) und Christian Wulff (2011), Bundeskanzlerin a.D. Angela Merkel (2007) und andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. 2022 erhielt der Bundesminister für Landwirtschaft und Ernährung, Cem Özdemir, den Preis. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert. Eine digitale Pressemappe zur diesjährigen Preisverleihung unter anderem mit Fotos des Abends und weitere Informationen zum Preis finden Sie auf der Website des Zentralrats.

Berlin, 13. November 2024/ 12. Cheschwan 5785

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