104. Deutscher Katholikentag Würzburg – Impuls zum Abschlussgottesdienst
Dr. Josef Schuster:
„Hab Mut, steh‘ auf.“ Ja, es erfordert Mut, aufzustehen. Und dennoch ist es wichtiger denn je, dass wir alle diesen Mut aufbringen.
Der Hass gegen Juden hat sich wieder in der Mitte unserer Gesellschaft ausgebreitet. Jüdisches Leben ist in Deutschland bedroht und nur noch hinter einem Schutzschild möglich.
Aber Antisemitismus bedroht nicht nur Jüdinnen und Juden. Er ist die Ideologie jener, die unserer offenen Gesellschaft, unserer Demokratie und unserer Freiheit schaden wollen.
Der antisemitische Hass zielt in letzter Konsequenz immer auf das Fundament unseres Zusammenlebens: die Nächstenliebe.
Seien Sie also mutig, stehen Sie auf.
Aber bleiben Sie auch stehen!
Denn gegen den Hass zu streiten, verlangt Ausdauer.
Für viele von uns ist es der Glaube, der uns die nötige Standhaftigkeit gibt. Der Glaube an die Werte unserer Demokratie, an die Würde jedes Einzelnen. Der Glaube an G’tt.
Wenn wir das Gift des Antisemitismus wieder aus unserer Gesellschaft verbannen wollen, müssen wir alle unseren Glauben auch in Taten zeigen.
Beweisen Sie Zivilcourage. Stehen Sie auf gegen Judenhass und für unsere Werte.
Haben Sie Mut und stehen Sie auf. Nicht nur jetzt, nicht nur heute, sondern an jedem Tag.
Stehen Sie auf, und bleiben Sie stehen.
