Bundespräsident Steinmeier trifft engagierte jüdische Jugendliche



Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, sind beim Gemeindetag des Zentralrats in Berlin am heutigen Donnerstag mit jüdischen Jugendlichen zusammengetroffen. Im Fokus des Gesprächs standen der Austausch über das aktuelle jüdische Leben in Deutschland, die Festigung der Demokratie und Erfahrungen im Umgang mit Antisemitismus.

Die Jugendlichen berichteten von ihren individuellen Erlebnissen, ihrem Alltag, aber auch von Antisemitismus in der Schule sowie von positiven Erfahrungen von Zivilcourage. Insbesondere wünschten sich die zehn Jugendlichen im Alter von 16 bis 19 Jahren Empathie und Zivilcourage von Mitschülern und der Gesamtgesellschaft sowie mehr Sensibilität für die Problematik seitens der Lehrer.

Die Jugendlichen, die mit dem Bundespräsidenten zusammentrafen, sind Teilnehmer des Begegnungsprojekts des Zentralrats der Juden „Likrat – Jugend & Dialog“. In Schulen und anderen Bildungseinrichtungen sprechen sie mit nichtjüdischen Gleichaltrigen und tauschen sich über ihren persönlichen Alltag aus, damit Vorurteile erst gar nicht entstehen und Stereotype abgebaut werden.

„Die Jugendlichen bestätigen durch ihre positiven Erfahrungen, wie wichtig es ist, miteinander statt übereinander zu reden und den direkten Dialog zu suchen. Projekte wie „Likrat“ ermöglichen es, das aktuelle jüdische Leben als einen lebendigen und selbstverständlichen Teil unserer Gesellschaft kennenzulernen. Sie sind ein wichtiger Bestandteil im Kampf gegen Antisemitismus“, erklärte Dr. Schuster im Rahmen des Treffens.

Aufgrund  der großen Nachfrage, die „Likrat“ und die analog vorgehende Initiative „Rent a Jew“ erfahren, wird der Zentralrat der Juden das Engagement ausbauen. 2020  wird das neue Projekt „Meet a Jew“ starten, dass die bisherigen Aktivitäten von „Likrat“ und „Rent a Jew“ unter dem Dach des Zentralrats der Juden vereint und weiterentwickelt. „Meet a Jew“ wird vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

 

Berlin, 19.12.2019 / 21. Kislew 5780

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