Toleranz in Schulen stärken



Jüdische Religionslehrer appellieren an Antisemitismusbeauftragte

In Heidelberg hat heute erstmals ein Austausch zwischen jüdischen Religions- und Hebräischlehrerinnen und –lehrern mit Antisemitismusbeauftragten des Bundes und der Länder stattgefunden. Anlässlich einer  Fortbildungsveranstaltung des Zentralrats der Juden und der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) für Lehrkräfte waren die Beauftragten zu der Begegnung eingeladen worden. Dabei  erhielten sie aus erster Hand Einblicke in die Praxis.

 

Die Lehrkräfte berichteten sowohl von ihrem schulischen Alltag als auch von antisemitischen Anfeindungen durch Mitschüler und Lehrer, denen  einige jüdische Schüler ausgesetzt seien.  Sie unterstrichen  die Bedeutung des jüdischen Religionsunterrichts. Durch die Vermittlung von Inhalten ihrer Religion würden die Schüler zugleich in die Lage versetzt, auf mögliche Ressentiments zu reagieren.

 

Die Lehrerinnen und Lehrer appellierten an die Antisemitismusbeauftragten, sich für eine größere religiöse Toleranz an Schulen einzusetzen. Der Präsident des Zentralrats der Juden, Dr. Josef Schuster, unterstützt dieses Anliegen: „Die Antisemitismusbeauftragten sollten auf die Schul- und Kultusministerien einwirken, damit sowohl in den Lehrplänen als auch in der Lehreraus- und -fortbildung das Bewusstsein für  Antisemitismus geschärft wird. Angesichts religiös und ethnisch stark heterogener KIassen brauchen Lehrkräfte auf diesem Gebiet mehr Kompetenz und Unterstützung.“

 

An dem Austausch in der Hochschule für Jüdische Studien nahmen der Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus, Dr. Felix Klein, die Antisemitismusbeauftragten von Baden-Württemberg, Dr. Michael Blume, von Rheinland-Pfalz, Dieter Burgard, von Sachsen-Anhalt, Wolfgang Schneiß und die Kultusministerin von Schleswig-Holstein, Karin Prien, sowie jüdische Religionslehrer aus Nordrhein-Westfalen, Hessen, Baden-Württemberg und dem Saarland, der Direktor der ZWST, Aron Schuster, und der Geschäftsführer des Zentralrats der Juden, Daniel Botmann, teil.

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