Presseerklärung zum Antisemitismus-Gutachten Deutsche Welle



Deutsche Welle muss Empfehlungen der Experten rasch umsetzen

Foto: IMAGO / Achille Abboud

Die externen Gutachter zu den  Antisemitismus-Vorfällen bei Mitarbeitern sowie Partnern der Deutschen Welle haben belegt, dass viele der öffentlichen Vorwürfe berechtigt waren. Als öffentlich-rechtlicher Sender trägt die Deutsche Welle daher die Verantwortung, weitere Konsequenzen aus den Vorfällen zu ziehen. Dazu gehören vor allem die Überprüfung und Trennung von bestimmten Medienpartnern, intensive Gespräche mit den Partnern, mit denen der Sender weiter zusammenarbeiten will, sowie personelle Konsequenzen in der Middle East-Redaktion.

Aus Sicht des Zentralrats der Juden in Deutschland wäre die Annahme der IHRA-Arbeitsdefinition von Antisemitismus ein erster wichtiger Schritt. Anhand dieser Definition sollte der Sender Richtlinien erarbeiten, die es Mitarbeitern erleichtern, Antisemitismus zu erkennen und zu unterlassen. Auch die Empfehlung der Gutachter, gerade Mitarbeiter aus dem arabischen Raum zu den Themen Israel, Schoa und Antisemitismus gezielt zu schulen, ist zu begrüßen.

Darüber hinaus wäre es sicherlich ein Gewinn, einen „Werte-Beauftragten“ als Vertrauensperson zu berufen, bei dem Fälle von Antisemitismus und Israelhass gemeldet werden können. Davon könnten generell Mitarbeiter des Senders bei ethisch schwierigen Fragen profitieren.

Zu dem Bericht erklärt der Präsident des Zentralrats der Juden, Dr. Josef Schuster: „Nach den Vorwürfen hat die Deutsche Welle schnell reagiert und ein unabhängiges Gutachten erstellen lassen. Das ist sehr zu begrüßen. Denn so wie bisher darf es nicht weitergehen. Der Sender sollte jetzt rasch die Empfehlungen der Gutachter umsetzen. In einem Vierteljahr sollte die Deutsche Welle einen ersten Bericht vorlegen, der über die getroffenen Maßnahmen Auskunft gibt. Gebührenfinanzierten Israel-Hass und Antisemitismus in den Medien darf es nicht geben.“

 

Berlin, 07. Februar 2022 / 06. Adar 5782

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