Jahrestag der Reichspogromnacht: Wir brauchen Respekt-Offensive



Zum Jahrestag der Reichspogromnacht von 1938 appelliert der Zentralrat der Juden in Deutschland an Politik und Bürger, die Erinnerung an die Schoa weiter wachzuhalten.

Jede Generation muss sich aufs Neue mit diesem Kapitel der deutschen Geschichte auseinandersetzen, um aus der Vergangenheit zu lernen. Angesichts der kleiner werdenden Zahl von Zeitzeugen brauchen vor allem die KZ-Gedenkstätten ausreichende staatliche Unterstützung. Denn sie hinterlassen bei den Besuchern bleibende Eindrücke, die dazu beitragen, sich für Toleranz und den Schutz von Minderheiten einzusetzen.

82 Jahre nach der Zerstörung von Synagogen und jüdischen Geschäften sowie dem Tod und der Verhaftung tausender Juden in Deutschland und Österreich erklärt der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster:

„Jüdisches Leben ist noch immer gefährdet und wird nicht von allen Menschen als selbstverständlicher Teil der Gesellschaft akzeptiert. Neben dem wachsenden Rechtsextremismus und der bleibenden Bedrohung durch Islamisten hat auch die Corona-Krise hat zu einer Verstärkung des Antisemitismus geführt. Wir brauchen daher eine Respekt-Offensive in allen Bereichen der Gesellschaft, in den Schulen, im Sport, in der Kultur und natürlich in der Politik. Die aktuelle Corona-Krise darf nicht dazu führen, dass vergessen wird, wozu Menschenhass schon einmal in der deutschen Geschichte geführt hat.“ 

Berlin, 6. November 2020 / 19. Cheschwan 5781

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