„In Deutschland zu Hause“



Zentralrat der Juden eröffnet Gemeindetag mit Bundespräsident Steinmeier

Der Gemeindetag des Zentralrats der Juden in Deutschland ist am Donnerstag in Berlin eröffnet worden. Am Abend wurde Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu einem Gespräch mit jüdischen Jugendlichen und einer Keynote erwartet.

An vier Tagen, bis Sonntag, 22. Dezember, werden rund 1.000 Mitglieder jüdischer Gemeinden aus ganz Deutschland ein vielfältiges politisches, kulturelles und religiöses Programm erleben. Unter dem Leitgedanken „In Deutschland zu Hause“ finden rund 25 Podiumsdiskussionen und Vorträge zu aktuellen Themen statt. Dazu sind rund 180 Referentinnen und Referenten eingeladen.

Umrahmt werden die politischen Angebote von großen Gottesdiensten zum Schabbat sowie Möglichkeiten zu religiösen Gesprächen mit Rabbinern. Daneben wird es Autorenlesungen und musikalische Highlights geben: Am Donnerstagabend tritt der israelische Sänger Gad Elbaz auf, den Schabbat begleitet die A-Capella-Gruppe Mafteach Soul, am Samstagabend wird die britische Showband „Muzika“ die Gäste unterhalten und am Sonntag gibt es einen Jazz-Brunch mit der Berliner Sängerin Masha Ray.

In seiner Eröffnungsrede am Abend betonte der Präsident des Zentralrats der Juden, Dr. Josef Schuster laut Redemanuskript die Vorfreude auf den Gemeindetag. Zugleich ging er auf die aktuelle politische Situation ein und sagte:

„Zur Wahrung der Menschenrechte gehört es, dass Minderheiten ohne Angst in Deutschland leben können und die Religionsfreiheit uneingeschränkt ausgeübt werden kann. Beides ist in Deutschland derzeit nicht der Fall! Was wir brauchen, ist ein gesellschaftlicher Klimawandel! Die Radikalisierung, die sich von rechts in die Mitte der Gesellschaft ausbreitet, muss gestoppt und wieder zurückgedrängt werden! Wir brauchen nicht nur einen Ausstieg aus der Kohle, sondern auch einen Ausstieg aus Rassismus und Antisemitismus!“

Am frühen Abend wurde Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu einem Gespräch mit rund zehn jüdischen Jugendlichen erwartet. Die Jugendlichen, die am Schulbegegnungsprogramm „Likrat – Jugend & Dialog“ des Zentralrats der Juden teilnehmen, wollten dem Bundespräsidenten von ihren Erfahrungen mit Antisemitismus und auch aus ihrem jüdischen Alltag berichten.

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