Gemeinsames Seminar mit Zentralrat der Muslime zur Flüchtlingsintegration



Eröffneten das Seminar: Der Geschäftsführer des Zentralrats der Juden, Daniel Botmann, der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, und der stellvertretende Direktor der ZWST, Aron Schuster (v. l.).
Foto: Chris Hartung

Der Zentralrat der Juden in Deutschland und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland haben in einem zweitägigen Seminar mit dem Zentralrat der Muslime in Deutschland Erfahrungen in der Integrationsarbeit mit Flüchtlingen ausgetauscht. Dabei wurden die Arbeitsweisen in den Organisationen vorgestellt und diskutiert. Unter den rund 20 Teilnehmer, je zur Hälfte Sozialarbeiter aus jüdischen Gemeinden und aus Moscheegemeinden, kam es zu einem offenen und intensiven Gespräch.

Neben der rechtlichen Situation der Flüchtlinge, die von einem Vertreter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge erläutert wurde, ging es vor allem um soziologische und erziehungswissenschaftliche Perspektiven. Hinzugezogen wurde auch die Expertise von zwei Traumaexperten von IsraAID, die mit der Zentralwohlfahrtsstelle zusammenarbeiten. Als arabischstämmige Israelis bringen sie kulturelles Verständnis sowohl für den Islam als auch das Leben in der westlichen Welt mit.

Zu dem Seminar erklärte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster: „In den jüdischen Gemeinden haben wir seit der Zuwanderung von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion, also seit mittlerweile 27 Jahren, intensive Erfahrungen mit Integration gemacht. Auch in muslimischen Moscheegemeinden ist das Thema nicht neu, stellt sich aber seit 2015 in einer neuen Dimension. Es war sehr hilfreich für beide Seiten, unsere Erfahrungen auszutauschen. So unterschiedlich wir sind, stehen wir häufig vor den gleichen Herausforderungen. Muslime und Juden sind Minderheiten in Deutschland, die die Unterstützung und den Rückhalt der Mehrheitsgesellschaft brauchen. Angesichts des steigenden Antisemitismus und der zunehmenden Islam-Feindlichkeit ist dies nötiger denn je.“

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