Erschütterung über Bluttat in Hanau



Demokratische Kräfte stehen in gemeinsamer Verantwortung im Kampf gegen Rechtsextremismus

Die offenbar rechtsterroristische Bluttat in Hanau hat die jüdische Gemeinschaft tief erschüttert. Dazu erklärt der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster:

„Wir sind in Gedanken bei den Opfern. Unser tiefes Mitgefühl gilt ihren Angehörigen und Freunden. Den Verletzten wünschen wir rasche Genesung! 

Es ist davon auszugehen, dass der Täter bewusst Menschen mit Migrationshintergrund treffen wollte. Nach der Mordserie des NSU zieht sich wieder eine rechtsextreme Blutspur durch Deutschland: die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke im Juni vergangenen Jahres, der Anschlag in Halle an Jom Kippur und jetzt die Morde in Hanau. Es stellt sich die besorgniserregende Frage, wie sicher Minderheiten und Menschen, die sich für sie engagieren, noch in Deutschland leben können. 

Zu lange ist die Gefahr durch den wachsenden Rechtsextremismus verharmlost und vernachlässigt worden. Polizei und Justiz scheinen zudem häufig auf dem rechten Auge eine Sehschwäche zu haben. 

Das rächt sich jetzt. Für alle betroffenen Menschen ist dies eine besonders bittere Erkenntnis. Es ist überfällig, dass alle demokratischen Kräfte zusammenstehen, um die Bedrohung durch den Rechtsextremismus und weiterhin auch durch islamistischen Terror einzudämmen. Politik, Strafverfolgungsbehörden, Justiz und Zivilgesellschaft stehen dafür in der Verantwortung.“

 

Berlin, 20.02.2020 / 25. Schwat 5780

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