Mehr als Klezmer

Das Kulturprogramm für die Gemeinden

Jedes Jahr finden in 100 Gemeinden in Deutschland - von Kiel bis Konstanz und von Saarbrücken bis Frankfurt an der Oder - knapp 200 jüdische Kulturveranstaltungen im Rahmen des Kulturprogramms des Zentralrats der Juden statt. Seit 2004 bietet der Zentralrat der Juden in Deutschland den jüdischen Gemeinden jährlich eine breite Palette von Kulturveranstaltungen an. Die Gemeinden können aus fünf Rubriken bis zu zwei Veranstaltungen wählen und für sich buchen. Zur Auswahl stehen Chasanut (Jüdische Liturgie), Klassik, Unterhaltung, Darstellende Kunst sowie Ausstellungen. Nachdem Künstler und Gemeinden einen Termin für die Veranstaltung vereinbart haben, schließt der Zentralrat der Juden mit dem Künstler einen Künstlervertrag für die gesamte Gastspielreihe. Der Zentralrat der Juden kommt dabei in der Regel für alle Nebenkosten auf wie Honorare, Reisekosten und Hotel sowie die GEMA-Gebühren. Die Gemeinden müssen lediglich die Künstler betreuen, sich um technische Einzelheiten kümmern sowie für die Veranstaltung werben. Etwaige Eintrittsgelder fließen der Kulturkasse der Gemeinde zu und sind ausschließlich zur Deckung der anfallenden Kosten für Saalmiete, Technik oder Betreuungspersonal gedacht.

Unterstützung in mehrfacher Hinsicht

Mit dem Kulturprogramm wird nicht nur die Kulturarbeit der einzelnen Gemeinden unterstützt. werden. Der Zentralrat fördert damit auch jüdische Künstler in Deutschland. Daneben stärkt das Kulturprogramm den Austausch zwischen den Gemeinden, und nicht zuletzt werden dem jüdischen wie dem nicht-jüdischen Publikum die vielen Facetten der jüdischen Kultur präsentiert.

Gefördert werden vor allem solche Programme, die sich dezidiert mit dem Judentum auseinandersetzen. So legen wir bei klassischen Konzerten die Schwerpunkte auf Werke von jüdischen Komponisten, Theaterstücke beschäftigen sich mit Fragestellungen jüdischer Menschen, und die Ausstellungen haben jüdische Persönlichkeiten, Sakralbauten, jüdische Geschichte oder das Judentum zum Thema. Naturgemäß sind Programme im Unterhaltungsbereich sehr gefragt. Und da hat das Kulturprogramm mehr zu bieten als nur Klezmer.

Gewachsen und etabliert

Bis zur heutigen Vielfalt des Kulturprogramms war es ein weiter Weg. Da der Zentralrat der Juden mit seinem Kulturprogramm der einzige Kulturmittler vor allem für jüdische Künstler mit Wohnsitz in Deutschland ist, waren die Anfänge vor mehr als zehn Jahren bescheiden. Doch 25 Jahre Zuwanderung aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion sind hier deutlich spürbar – zugewanderte Künstler bilden ein unerschöpfliches Reservoir an hochkarätigen Künstlern. Durch den Zuzug von israelischen Künstlern nach Deutschland und vor allem nach Berlin erhielt das Kulturprogramm einen weiteren Push. Zwischenzeitlich gibt es viermal so viele Bewerbungen als Fördermöglichkeiten vorhanden sind.

Der Weg in das Kulturprogramm

Die Künstler im Kulturprogramm sind entweder über Empfehlungen aus den Gemeinden oder anderer Organisationen zu uns gekommen, bzw. wurden von uns angesprochen. Wir nehmen gerne weitere Empfehlungen entgegen.

Wenn Sie sich als professioneller Künstler aus Eigeninitiative für kommende Kulturprogramme bewerben möchten, ist das auch möglich. Ob über Empfehlung oder Initiativbewerbung: In jedem Fall übersenden Sie bitte Ihre Unterlagen (Art der Aufführung, CD/DVDs, Vita, ein druckfähiges Foto, Honorarvorstellungen sowie Referenzen) an die Kulturabteilung des Zentralrats. Einsendeschluss ist jeweils Ende Mai für das Kulturprogramm des kommenden Jahres. Kontakt: kultur(via)zentralratderjuden.de

Downloads:

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Kulturprogramm 2011
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Kulturprogramm 2007
Kulturprogramm 2006
Kulturprogramm 2005