Austausch und Vernetzung

Zentralrat der Juden bietet Fortbildungen für Religions- und Hebräischlehrer an

Für Religions- und Hebräischlehrer bietet der Zentralrat der Juden in Deutschland regelmäßige Fortbildungsseminare an. Weiterbildung, Austausch und Vernetzung stehen im Vordergrund.

Die jüdischen Religionslehrer in Deutschland stehen vor großen Herausforderungen: Oftmals sind sie als Wanderlehrer in mehreren jüdischen Gemeinden tätig. Sie müssen sich Lehrmaterialien selbst erarbeiten oder mühsam zusammensuchen, da es kaum Lehrbücher für den jüdischen Religionsunterricht gibt. Und sie fühlen sich allein in weiter Flur.

Regelmäßige Fortbildungen

Um dem Abhilfe zu schaffen, bietet der Zentralrat der Juden in Deutschland einmal jährlich regelmäßige Fortbildungen für die Religions- und Hebräischlehrer der jüdischen Gemeinden und jüdischen Schulen an. In Vorträgen, Workshops und Arbeitsforen haben sie die Gelegenheit, ihre didaktischen und methodischen Fertigkeiten zu vertiefen. Neben professionellem Input bleibt ausreichend Gelegenheit zum (fachlichen) Austausch und zur Netzwerkbildung.

Voneinander lernen

Die Lehrer lernen dabei nicht nur von externen Fachkräften, die zur Fortbildung eingeladen werden, sondern auch voneinander: Jedem bietet sich die Möglichkeit, sein Best-Practice-Beispiel aus dem Unterricht anderen vorzustellen oder selbst einen Workshop auf Basis seiner eigenen Unterrichtsstunden zu halten. Dabei wird deutlich: Man muss nicht immer das Rad neu erfinden – es hilft schon, miteinander in Kontakt zu sein und sich auszutauschen.

Kooperationen

Bei der Durchführung der Seminare kooperiert der Zentralrat der Juden mit verschiedenen Organisationen, u.a. der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland und dem Center for Educational Technology (MATACH – CET).

20. – 21. Februar 2018
Seminar in Berlin


Überzeugungskraft und Redegewandtheit sind heutzutage im beruflichen Leben ein wichtiger Bestandteil. Ein sicheres Auftreten hängt zu einem Großteil auch von Ihrer rhetorischen Ausdruckskraft ab – wer seine Botschaft auf den Punkt bringt, überzeugt. Ziel des Seminars ist, Ihre Rhetorik zu verbessern, Ihre Ausdruckskraft zu trainieren und Ihrer Überzeugungskraft mehr Wirkung zu verleihen. Gleichzeitig wird der gezielte Einsatz von Körpersprache geübt. Sie vervollständigen Ihre sprachliche und körpersprachliche Ausdrucksfähigkeit anhand von praktischen Beispielen und Übungen. Dieses Seminar richtet sich an Vertreter und Vertreterinnen Jüdischer Gemeinden, die öffentliche Auftritte erfolgreicher absolvieren möchten.

Seminarinhalte:

  • Aufbau einer Rede
  • Praktische Tipps für erfolgreiche Reden
  • Steigerung der Redesicherheit
  • Lampenfieber überwinden
  • 5 Tipps zur Gesprächssteuerung
  • Einsatz von Körpersprache
  • Selbst- und Fremdwirkung
  • Perfektionieren von Wortschatz, Stil und Formulierung
  • Umgang mit Störungen
  • Wie steigere ich meine sprachliche und körperliche Ausdrucksfähigkeit?
  • Reden halten (praktische Übungen mit Videoeinsatz)
  • Die 5-Satz-Technik

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Jüdische Gemeinden

24. – 25. April 2018
Seminar in Berlin


Jüdische Gemeinden müssen sich, manchmal mehr als andere öffentliche Institutionen, in der Presse zu Veranstaltungen oder gar politischen Themen äußern. Die meisten Gemeinden verfügen nicht über ausgebildete Fachkräfte oder eine Fachabteilung im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Dieses Seminar leistet einen Beitrag zur Professionalisierung der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in Jüdischen Gemeinden, zugeschnitten auf Ihre individuellen Möglichkeiten vor Ort. Ebenso werden wir auch die journalistischen Realitäten ergründen, um langfristig eine erfolgreiche Kommunikation zwischen Presse und Gemeinde zu erreichen. Das Seminar findet in Kooperation mit der Pressesprecherin des Zentralrats der Juden und der Redaktion der Jüdischen Allgemeinen statt.

Seminarinhalte:

  • Überblick über die Medienlandschaft in Deutschland: Lokalpresse, überregionale Presse, Kirchenpresse, Nachrichtenagentur, Online-Medien
  • Überblick über Tagesrhythmus und Arbeitsalltag in Redaktionen
  • Kontaktpflege und Pressemitteilungen
  • Mangelndes Wissen bei Journalisten über das Judentum und modernes jüdisches Leben
  • Berührungsängste, Unsicherheiten
  • Bedeutung von social-media-Plattformen für die Pressearbeit
  • Umgang mit Hate Speech und Fake News
  • Umgang mit Pressevertretern bei Veranstaltungen in der Gemeinde
  • Falsche Berichterstattung – wie beschwere ich mich richtig?

Ort der Trauer, des Gedenkens, der Erinnerung und der Geschichte

19. – 20. Juni 2018
Seminar in Frankfurt am Main


Auch die professionelle Führung auf einem Friedhof will gelernt sein, insbesondere auf einem jüdischen Friedhof. Frankfurt am Main verfügt über mehrere Friedhöfe, die ganz unterschiedlichen Charakters sind und Aufschluss über das jüdische Leben einst und jetzt geben. Zunächst wird es in diesem Seminar darum gehen, zu erfahren, wie die gängige halachische Praxis im Umgang mit Verstorbenen auf einem jüdischen Friedhof von statten geht. Wir werden bei diesem Seminar erfahren, welche Aufgaben die Chewra Kadischa, die jüdische Beerdigungsbruderschaft, übernimmt und auf welche Tradition diese zurückblicken kann. Dazu gehört auch die Kenntnis über die Bedeutung der üblichen Gebetspraxis bei einer Beerdigung und damit auch die Bedeutung der Jahrzeit. Was die Grabsteinbeschriftung und Symbolik betrifft, hat es im Laufe der Jahrhunderte erhebliche Veränderungen gegeben.

Diese sind immer auch Indikatoren für den Grad der Assimilation trotz der Ausgrenzung von Seiten der christlichen Mehrheitsgesellschaft gewesen. Besucherinnen und Besucher haben gerade diesbezüglich viele Fragen, auf die bei einer Führung besonders eingegangen werden sollte. Ziel des Seminars ist es, den Vertreterinnen und Vertretern Jüdischer Gemeinden in Deutschland Anregungen für Führungen auf jüdischen Friedhöfen zu geben.

Ort des Gebets, der Gemeinschaft und der Begegnung

24. – 25. Oktober 2018
Seminar in Frankfurt am Main


Anlässlich der jährlichen Shoa-Gedenktage und der zunehmenden öffentlichen Wahrnehmung jüdischen Lebens in Deutschland ist in der Regel die Nachfrage nach Führungen in den Synagogen besonders groß. Am Beispiel der Westend-Synagoge in Frankfurt am Main wird in dieser Veranstaltung die Durchführung einer professionellen Führung vorgestellt. In diesem Seminar wird der Schwerpunkt auf die Darstellung jüdischen Lebens heute in seiner Vielfalt und Lebendigkeit, gerade auch im religiösen Bereich, gesetzt. Dazu eignet sich die Westend-Synagoge besonders; befinden sich doch hier unterschiedliche religiöse Strömungen unter einem Dach. An jedem Schabbat kommen die Mitglieder der orthodoxen und der liberalen Richtung in ihren verschiedenen Gebetsräumen zusammen und vollziehen ihre Gebete im Rahmen der jeweiligen Liturgie. Worin die Unterschiede bestehen und woran die Besucherinnen und Besucher jeweils besonderes Interesse zeigen, wird in diesem Seminar vertiefend dargestellt.